Fernsehen unter Tage Nr. 8 in der Zoll-Lehranstalt // Täubchenweg 19

Das 15. Mal Fernsehen unter Tage ist vorbei. Zeit genug, die letzten drei Jahre Revue passieren zu lassen. In dieser Serie stellen wir euch alle Spielorte vor. Teil VIII.

Zoll-Lehranstalt // Täubchenweg 19 — Spielort November 2007 — Mary Poppins (USA 1964)

Das ist jetzt eine ganz alte Geschichte und ein schlechter Witz dazu. Jeder, der unsere Einladungen genauer ließt kennt sie, die drei wichtigen Dinge zum Schluss. Unter Punkt zwei kommt stets: Neugierige Fragen zum Ort und Film werden generell nicht beantwortet. Dieser „Tradition“ sind wir seit dem ersten mal Fernsehen unter Tage treu geblieben. Ob das doof ist oder nicht, Zuschauer abhält oder nicht, sei mal dahin gestellt. Es gehört zum Konzept dazu.

In der ersten Saison haben wir auf Nachfragen nach dem möglichen Film stets eine Antwort gegeben: Mary Poppins. Viele schienen darüber erfreut zu sein uns vor jeder Vorstellung zu fragen, was wir gedenken zu zeigen. Sie kannten die Antwort, trotzdem belustigte sie unsere Antwort stets aufs neue.

Im November 2007 machten wir uns den Spaß und zeigten tatsächlich Mary Poppins. Einige werden sich an diese Episode zurück erinnern. Es herrschten gefühlte minus fünf Grad und mir war vorher nicht bewusst, dass Mary und ihre Freunde zweieinhalb Stunden singen würden. Wie auch, hatte ich den Film vorher noch nie gesehen.

Während der Film lief, verließen der ein oder andere den Raum, der Rest wollte mich wahrscheinlich töten, war die Aktion doch auf meinem Mist gewachsen.

Nach diesem Faux Pas durfte ich eine Weile keine Filme mehr aussuchen. Wobei mir dieser Part eigentlich nicht zusteht. Ich bin für den Ort verantwortlich. Unser Art Director übernimmt im Normalfall die Filmauswahl. Mit seinem Hang zum schwarzen Humor und zur Tragik (siehe „Rekordjäger“ oder „Wenn der Wind weht“) hat er Fernsehen unter Tage seinen eigenen Stempel aufgedrückt. Vom Publikum weitgehend unbeachtet, weil nicht öffentlich, sind die Verteilungskämpfe im Hintergrund wer wann welchen Film zeigen darf. Möglich, dass wir irgendwann alle gleichzeitig aufspringen werden und vor dem Publikum versuchen drei DVDs gleichzeitig in den Laptop zu bekommen. Man darf gespannt bleiben.

Geschichte:

Es gibt Gebäude, die gewichtige Funktionen hatten und andere, die auch wichtig waren über die wir aber wenig in Erfahrung bringen konnte. Der Kinoort im November 2007 im Täubchenweg 19 beherbergte eine Zoll Lehranstalt. Mehr haben wir bisher nicht herausgefunden. Giroplus!


 

Offside von Erez Tadmor & Guy Nattiv [05m51sec/2006]

„Offside“ von Erez Tadmor & Guy Nattiv ist der zweite Kurzfilm einer Trilogie, die sich mit dem Nahostkonflikt zwischen Juden und Arabern beschäftigt.  Der Film wurde in Israel in der Sicherheitszone, die Palästinenser und Juden voneinander trennt, gedreht. Im Film begegnen sich zwei Patrouillen der verfeindeten Parteien. Durch Fußball scheint es für einen kurzen Moment möglich, alle Unterschiede zu überwinden. Aber der Moment währt nicht lange. Die letzten Worte des Radiokommentators, die über die toten Soldaten wehen sind mehr als prophetisch. Giroplus!

If it was my home

In den Golf von Mexiko sprudelt weiter fleißig Öl. Wie viel wissen wir nicht. Und wie groß der Ölteppich mittlerweile ist, dass können sich die wenigsten von uns vorstellen.

Die Internetseite If It Was My Home macht es möglich, sich die Größe des Ölteppichs im eigenen Land anzusehen, mit deiner Stadt als Mittelpunkt. Giroplus!

Blumen auf parkenden Autos

Ein Schelm der da Böses denkt.

Für diese grüne Überraschung bieten sich mehrere Erklärungen an: Entweder hat jemand zu tief ins Glas geschaut. Was eher unwahrscheinlich ist, wer reißt schon volltrunken Blumen aus, um sie auf Autos zu trapieren. Möglichkeit Nummer zwei: Parkende Autos gehören nicht zu den schönsten Dingen in der urbanen Sphäre. Manch einer mag sie schlicht und ergreifend nicht. Vielleicht sind die grünen Sträuße aber auch die neue Form von Knöllchen in Leipzig. Giroplus!