Fernsehen unter Tage Nr. 13 im Haus Leipzig

Das 15. Mal Fernsehen unter Tage ist vorbei. Zeit genug, die letzten drei Jahre Revue passieren zu lassen. In dieser Serie stellen wir euch alle Spielorte vor. Teil VII.

Haus Leipzig — Spielort August 2009 — Let`s make money (Deutschland 2009)

Irgendwann hatten wir keine Lust auf Keller mehr. Was der Name Fernsehen unter Tage impliziert, heißt nicht, dass wir in dunkle Stollen kriechen um zusammen gekauert einen Film anzusehen. Jetzt bliebe es an mir zu erklären, wie wir auf den Namen Fernsehen unter Tage gekommen sind. Keine einfache Frage. Ich könnte mir eine Geschichte ausdenken und mir ein passendes derbes philosophisches Konstrukt ausdenken und schließlich über profane Assoziationsbrücken von unter Tage und Nacht zur Weltformel gelangen. Kurz: ich persönlich habe keine Ahnung. Auch mehrmaliges Nachfragen bei den 287 Mitorganisatoren brachte keinen Erfolg. Keiner will etwas wissen. Verschwiegenheit allenthalben.

Warum wir trotzdem permanent in muffligen Dreckslöchern landen lässt sich leicht erklären. Wir kommen einfach rein. Auch wir würden gerne im Hotel Pologne oder im Astoria Hotel einen Film zeigen. Hat jemand von euch die Schlüssel? Aber selbst in diesen Gebäuden bin ich nicht so sicher, ob der Zustand der Räume im entferntesten an Adjektive wie sauber, gepflegt, gemütlich oder gar ordentlich heran reicht. Vor allem die staubige Luft hat es in sich. Kein Wunder, dass man sich nach der Vorsetllung, die Organisatoren übrigens schon noch dem Aufbau, wie eine dreckige Sau fühlt. Auch das ein möglicher Grund für unseren Namen. Wer kommt schon zu „Fernsehen im Dreck“?

Das Haus Leipzig bildet zusammen mit dem GAP rühmliche Ausnahmen im tristen Grau der abgewickelten Industriebetriebe (tatsächlich stehen bis auf eines immer noch alle Gebäude in denen wir Kino gemacht haben und gammeln weiter fleißig vor sich hin). Anstatt beengter Raumverhältnisse hatten wir eine Bühne, Parkett, warme Umgebungsluft, eine Garderobe (auch wenn niemand seine Jacke abgab) und einen Säulengang. Jeder der einmal diesen Veranstaltungsort von innen gesehen hat, braucht sicherlich keine weiteren Beschreibung.

Der Saal zu seinen besseren Zeiten.

Das Haus Leipzig zeigt wieder einmal mehr, wie seltsam gestrandet und nicht mehr genutzte Gebäude wirken können. Die 70 Zuschauer wirkten ein wenig verloren in dem großen Saal. Im Nachhinein habe ich mir oft gewünscht, die Anwesenden kurz um ein wenig Ruhe zu beten. Dann hätten wir in die Stille hineingelauscht, das Parkett hätte geächzt und vielleicht hätten wir den Rausch vergangener Feste lauschen können.

Geschichte:

Das in der Elsterstraße gelegene Haus Leipzig befindet sich auf dem Areal der 1888/ 1889 erbauten Reithalle, dem Leipziger Tattersaal. Nach seiner Fertigstellung 1930 diente das Haus Leipzig zunächst als größtes neuzeitliches Keglerheim Deutschlands. Im II Weltkrieg stark beschädigt wurde es 1946 von sowjetischen Intourist GmbH übernommen und zu einem Hotel namens „Haus Antifa“ ausgebaut. Die ehemalige Keglerhalle wurde dabei zu einem Tanzsaal umgestaltet, der Platz für 600 Personen bot. Ende 1953 wurde das Hotel Staatseigentum und in Haus Leipzig  umbenannt. Von 1961 bis 1989 beherbergte das Gebäude den „Zentralen Klub der Jugend und Sportler-Artur Becker“, der hier u.a. Tanzveranstaltungen abhielt.

Seit 1990 trägt das Gebäude wieder den Namen „Haus Leipzig“. Bis Ende 1997 wurde es von der Stadt Leipzig bewirtschaftet. Anschließend verpachtete die Stadt das Gebäude an den Sportverein Post Leipzig e.V., der den Tanzsaal renovierte und im Keller eine neue Kegelanlage einbaute.

Der nachfolgende Pächter meldete vor zwei Jahren Insolvenz an. Mittlerweile hat sich ein Bauunternehmer aus Delitzsch gefunden der in dem alten Gemäuer Studentenwohnungen einrichten will. Der Veranstaltungsraum soll aber erhalten bleiben. Mann darf gespannt bleiben. Giroplus!

Das Haus Leipzig 2010
Über verschlungene Wege gings hinein in die Unterwelt und weiter zum Kino.

INDOOR – Street Art in abandoned sites

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Erba Gelände // Bamberg
Franz-Flemming-Straße // Leipzig
Körting & Mathiesen AG // Leipzig
Körting & Mathiesen AG // Leipzig
Körting & Mathiesen AG // Leipzig
Körting & Mathiesen AG // Leipzig
Körting & Mathiesen AG // Leipzig
Körting & Mathiesen AG // Leipzig
Dresden
Kasernenstadt Möckern // Leipzig
Kasernenstadt Möckern // Leipzig
Kasernenstadt Möckern // Leipzig

Kasernenstadt Möckern // Leipzig
Dresden

Still Life von Jon Knautz [08m36sec/2005]

Ein bisschen wiederholt es sich, dieses Bild der nordamerikanischen Gewaltexzesse. Auch diesmal dürfen die Cops mit gezogener Waffe nicht fehlen. Neu, die Schaufensterpuppen.

Jon Knautz, Absolvent der berühmten Vancouver Film School, gewann bereits mit seinem Kurzfilm „Apt. 310“ mehrere Preise. „Still Life“ ist sein drittes Werk. Giroplus!

Guerilla Gardening in der Merseburger Straße

Es ist gar nicht so einfach wie es scheint! Vor allem die lustigen Herren vom Getränkemarkt gegenüber unterstützen jede Veränderung mit markigen Sprüchen und verbalen Höhenflügen. Wir haben schon einmal ein wenig Platz geschaffen für weitere Pflanzen. Das ich keine Handschuhe dabei hatte, hat sich heute sogar richtig gelohnt: ich habe direkt in einen dicken Scheißhaufen gegriffen. Scheiße, ich weiß, sehr witzig.

Wenn der Sommer doch irgendwann noch einmal beginnt, müssen die Pflanzen regelmäßig gegossen werden. Vielleicht leert ihr eure Flaschen direkt beim Vorbeifahren, damit die lustigen Jungs von nebenan auch weiterhin was zum kommentieren haben. Giroplus!

Konserven in Großzschocher

Heute haben wir eine Reise ins Gammelland gemacht. Hinter der bunten Welt einer schnöden Lidl-Filiale fanden wir eine stillgelegte Lebensmittelfabrik.

Das architektonisch anspruchslose Firmenareal in der Dieskauer Straße Nr. 177 beherbergte bis vor wenigen Jahren eine Konservenfabrik für Gurken, Rotkohl, rote Beete, gefüllte Tomaten und Bohnen. Vielleicht noch einiges mehr, so genau habe ich die Dosen nicht unter die Lupe genommen.

Überall riecht es nach Essig, einem penetranten Duft aus Geschmacksverstärkern und Gewürzen. Was dem ganzen die Krone aufsetzt, sind Paletten beladen mit Konservendosen und anderen für die Produktion wichtigen Zutaten: in einer Halle stehen gefühlt 10.000 Gläser mit gefüllten Tomaten, irgendwo dümpelt ein volles Essigfach vor sich hin, an einer anderen stelle finden sich Paletten voll mit Zuckersäcken produziert in Ex-Jugoslavien, es gibt eine Gewürzabteilung, eingelegte Gurken, weiße Bohnen und Schimmel. Wem das noch reicht kann eine Konfettiparty mit Etiketten veranstalten: Gewürzleisch aus Bayern, Spreewaldgurken, süße Himbeeren oder weiß der Fuchs was. Eine Reise ist die Fabrik auf jeden Fall wert, aber nachher sollte man erst einmal nichts zu sich nehmen.

Wir hatten kurz den Gedanken, dieses Gammelland aus dahin siechenden Konserven, als Kulisse für Fernshen unter Tage zu verwenden. Den passenden Film gibt es auch schon: Louis de Funes als Restaurantkritiker in „Brust oder Keule“. Giroplus!


Pflanz was du willst in der Merseburger Straße

Lust auf Guerilla Gardening in Leipzig? In der Merseburger Straße in Leipzig Lindenau zwischen Karl Heine Straße und Aurelienstraße gibt es einige große Betonblumenkübel. Manche sind bereits bepflanzt in anderen wuchert es wild. Um einen oder zwei Kübel möchte ich mich gerne kümmern. Pflanz auch du was du willst und komm vorbei am Sonnatg, den 9.5. um 20.00 Uhr.

Was du brauchst: Neugierde und keine Angst, etwas zum Bearbeiten des Bodens, vom Suppenlöffel (Anfänger) über den Spaten (Fortgeschritten) bis zum Bagger (Aufschneider) ist alles erlaubt, dazu Samen oder Pflanzen.

Keine Lust alleine zu gärtnern oder brauchst du Hilfe, dann sag Bescheid. Es gibt immer Gleichgesinnte. Giroplus!

Das Auto am Stecker – Gedanken zur zukünftigen Mobilität


Der Klimagipfel in Kopenhagen ist weitestgehend ergebnislos geblieben. Schon kurze Zeit später wurden Zweifel laut, ob der Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) überhaupt stichhaltige Beweise für den Klimawandel liefere. Von verschwiegenen Daten und übertriebenen oder falschen Zukunftsprognosen war die Rede. Hinzu kam ein Zahlendreher im Bericht. Einige fühlten sich daraufhin in ihrer Meinung bestärkt. Andere wiederum witterten unlautere Machenschaften. Gibt es den menschengemachten Klimawandel überhaupt?

Dem Diskurs über die Mobilität der Zukunft hat der Streit um den Klimawandel sicher mehr geschadet als genützt. Allzu oft wurde die Debatte zudem nur auf den Ausstoß von CO2 durch den motorisierten Individualverkehr (MIV) reduziert. Sporadisch auch auf andere Schadstoffe, Stichwort: Feinstaub. Wichtige Teilaspekte, wie eine Übertragbarkeit der in den Industrienationen praktizierten Mobilität auf den Rest der Welt oder die grundsätzliche Vereinbarkeit von Metropolen und Megalopolen mit einer autoorientierten Mobilität aber auch die Endlichkeit wichtiger Rohstoffe, allen voran das Rohöl, standen in Tagesmedien und Politik hingegen oft nur an zweiter Stelle. Viel wichtiger erschien es bislang immer, beim Thema Elektromobilität schnell vorzeigbare Lösungen zu präsentieren.

Laut den Vereinten Nationen lebten im Jahr 2008, zum ersten Mal in der Geschichte überhaupt, mehr Menschen in Städten und Stadtregionen als auf dem Land. Im 21. Jahrhundert wird das Leben in urbanen Ballungsräumen wohl die typischste Existenzform sein. Grundbedürfnisse wie gesundes Wohnen und Essen, Sicherheit, soziale und kulturelle Teilhabe und nicht zuletzt Mobilität sind aber unter Aspekten wie Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit nur zu befriedigen, wenn sie so wenig wie möglich negative, externe Effekte für Umwelt und Gesellschaft bedeuten würden.

Global betrachtet bietet der energie- und flächenintensive Mobilitätsstil der hochindustrialisierten Länder Europas und Nordamerikas die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für eine Übertragung auf den Rest der Welt. Die rasch wachsende Bevölkerung, vor allem in den lateinamerikanischen und asiatischen Metropolen, macht ein Umdenken unausweichlich. Menschliche Siedlungen entstanden schon immer an den Brennpunkten des Verkehrs. Eine Stadt ohne Verkehr ist undenkbar. Die Entwicklung immer größerer und komplexerer Städte bedarf deshalb eines gut durchdachten, zukunftsfähigen Personen- und Güterverkehrs. Die städtische Mobilität von morgen kommt somit um eingehende Diskussionen über Lösungsansätze und ein belastbares Gesamtkonzept nicht herum.

Aufgrund der Komplexität von Mobilitätsprozessen ist ein Patentrezept nicht in Sicht. Umso erstaunlicher ist da die Aufmerksamkeit, die der Form von Elektromobilität geschenkt wird, welche schlicht den Antrieb austauscht, das System an sich aber unberührt lässt. Mit einer solchen Methode wird sicher kein wesentlicher Fortschritt in puncto Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit erreicht. Mangelnde Effizienz, hohe Sicherheitsrisiken, fehlende Übertragbarkeit in Schwellenländer und Staaten der Dritten Welt sowie der vermehrte Einsatz endlicher Ressourcen (z.B. Lithium für die Batterien) sind Problemfaktoren, die dem E-Auto anhaften und die es zu lösen gilt.

In Deutschland und Europa scheint die Elektro-Mobilität für Carsharing oder Lieferservice-Projekte wie gemacht. Auch Fahrräder mit elektrischem Hilfsantrieb, sogenannte Pedelecs, erweisen sich als ideales Einsatzgebiet der E-Mobilität. Für viele Senioren aber auch für Geschäftsleute, die im Anzug schnell und bequem vorankommen wollen, sind solche Fahrräder eine sehr gute Alternative zum Auto. In Stuttgart wird derzeit bereits ein Fahrradverleih-Projekt mit Pedelecs gefördert.

Ihren größten Vorteil hat die E-Mobilität aber dort, wo sie heute schon eingesetzt wird, bei der Eisenbahn. Aber viele Strecken, vor allem im grenzüberschreitenden Verkehr, sind noch nicht elektrifiziert. Und dass auf den bereits elektrifizierten Strecken vermehrt wieder Diesellokomotiven privater Anbieter rollen, ist ein weiteres Problem. Der Ausbau moderner Strecken ist Teil einer dringend notwendigen, offensiven Bahnpolitik. Sie würde zudem in eine Zukunft passen, in der der Großteil der mobilen Bevölkerung mit dem öffentlichen Fern- und Nahverkehr, per Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist. Doch bedeutet dies einen Rückfall in die mobile Steinzeit? Mitnichten! Die Verkehrsträger der Zukunft sind dann so eng miteinander verzahnt, dass eine intermodale Mobilität möglich ist. Die Angebotspalette ist breit gefächert. Wege könnten sicher, bequem und schnell zurückgelegt werden, während die externen Belastungen für Gesellschaft und Umwelt dabei nur gering ausfielen. Dies ist die Vision, die es zu verwirklichen gilt.

I just want to have something do to – Street Art here and elsewhere

A few days ago I found a mass storage device in one of the drawers in my desk. On it I`ve discovered a few pictures I`ve made the last months. I really like the first one. That flower was growing on a wall in Hoyerswerda. It`s like a picture that is telling us plants will be the last things, ever lasting after the towns and villages are gone. Giroplus!

Hoyerswerda
Leipzig // Südvorstadt
Leipzig // Connewitz
Leipzig // Connewitz
Leipzig // Reudnitz
Leipzig // Südvorstadt
Leipzig // Connewitz
Leipzig // Plagwitz
Hoyerswerda
Leipzig // Connewitz
Leipzig // Connewitz
Leipzig // Connewitz
Leipzig // Connewitz
Bamberg